Entscheidungen

Entscheidungen sind wahrscheinlich die größten Feinde in meinem Leben. Ich habe mich damit nie leicht getan und inzwischen ist es einfach nur noch immer schlimmer geworden. In den letzten zwei Jahren meines Lebens bin ich inzwischen wiederholt mit gravierenden Entscheidungen konfrontiert worden. Ehrlich gesagt haben die mich ziemlich überfordert und ich bin überzeugt, dass ich die meisten meiner Entscheidungen falsch getroffen habe, was sich teilweise auch bereits schon gezeigt hat. Beispielsweise hatte ich nach der Klinik die Entscheidung zu treffen, ob ich meine bestehende Beurlaubung aufrecht erhalten soll oder nicht. Im Endeffekt habe ich mich nur dafür entschieden sie aufzuheben, weil ich Panik bekommen habe, mir der Druck zu viel wurde und ich mich dermaßen vor einem neuen Jahrgang, in dem auch meine Schwester sein würde, gefürchtet habe. Jetzt habe ich viel zu früh aufgegeben, versucht möglichst nicht an die Konsequenzen zu denken und habe mir mein Abitur an dieser Schule an der ich endlich so gut angekommen bin und an der ich mich wirklich wohl fühle, praktisch schon komplett verbaut. Und jetzt habe ich die Chance mein Abitur an einer völlig neuen Schule zu schaffen, bei der ich dann direkt auch eine Ausbildung zur Erzieherin habe: aber will ich das? Kann ich das? Erstens muss ich mir dann eigentlich sicher sein, dass ich diese Richtung wirklich beibehalten will und zweitens stehe ich so noch viel extremer vor einem völligen Neuanfang. Und dieser Aspekt, den viele rational gesehen als großen Vorteil sehen, macht mir einfach nur unglaubliche Angst. Mehr als ihr euch vorstellen könnt. Mir ist sofort nach heulen, mir wird schlecht, alles in mir krampft sich zusammen, ich kann nicht richtig denken, und das alles nur, weil es zuvor so dermaßen schrecklich war. Und ich weiß, das es genauso noch einmal werden kann. Niemand wird bei mir sein und daher werde ich mich aus einem Panikreflex heraus erstmal völlig zurückziehen. Womit ich bereits verloren habe. Diese Phase am Anfang wird man nicht mehr los. Und ich kann nicht wieder diese Person sein. Was wenn ich meinem gesamten Leben einfach noch nicht gewachsen bin? Wieso kann man niemals vor etwas weglaufen? Ich weiß, dass es für mich praktisch unmöglich ist, mein Abitur in diesem einen Jahr noch herumzureißen, aber ich wünschte es ginge irgendwie. Noch eine Sache ist: wenn ich die Leute nicht mehr regelmäßig in der Schule sehe, werde ich sie alle verliere. Jeden einzelnen. Das macht mich irgendwie wehmütig, zumal ich es nicht schaffe mir einzureden, dass ich noch einmal solche Freunde finde. Natürlich wird es nicht wirklich schwer für sie mich gehen zu lassen und im Endeffekt werden sie auch für mich nach kurzer Enttäuschung einfach verblassen, ich wünschte einfach nur, ich könnte das irgendwie vermeiden. Dass das dumm ist, weiß ich selbst. Es ist, wie die Zeit anhalten zu wollen. Ein alberner Kinderwunsch, der sich dennoch gerade tief in mein Herz brennt. Spark

8.7.15 19:35

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